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GOÄ-Vorschläge Reaktionen

GOÄ-Vorschläge Kommentar Dr. Refisch

Kommentar:

 

Der DGMM Vorschlag für  therapeutische und diagnostische GOÄ Ziffern bedarf  einiger kritischer Anmerkungen.

 

Ziffer 3305: die Mobilisation als gesonderte Ziffer aufzuführen ist deswegen unteroptimal, da sie bereits nach jetzigem GOÄ Recht nicht neben der Ziffer 3306 bzw. 3307 abgerechnet werden darf. Es kann nicht im Interesse der Manualtherapeuten sein, dass jemand der auf diese Behandlungsform an der HWS ausweicht eine schlechtere Vergütung erhält als derjenige, der die Manipulation durchführt. Es fehlt auch die semantische Trennschärfe zur Ziffer 3306. Hier wird nämlich nicht von einem manualmedizinischen Eingriff mit Impuls gesprochen. Somit sind Abrechnungskonflikte bereits in diesem Vorschlag angelegt.

 

Zu Ziffer 3306: es ist zu begrüssen, dass diese Ziffer nunmehr offensichtlich in einer Sitzung mehrfach abrechenbar wird wenn die Manipulationen in verschiedenen Wirbelsäulenabschnitten erbracht werden. Leider fehlt jedoch eine Formulierung die es ermöglicht die Kostotransversalgelenke einzuordnen. Semantisch strenggenommen würde auch das Sacroileacalgelenk hier nicht einzuordnen sein.

 

Zu 3307:wenn es tatsächlich in der neuen GOÄ keinen Steigerungsfaktor mehr gibt, ist die Formulierung unglücklich, da man für die Behandlung von drei Extremitätengelenken das Gleiche erhält, wie für die Behandlung eines Extremitätengelenkes. Eine Mehrfachberechnung wäre leicht möglich gewesen, wenn man den Zusatz an eine Extremität gewählt hätte.( ähnlich  zur Ziffer 3306)

 

Zu Ziffer 3308: diese Ziffer könnte man als „ kleine Osteopathieziffer „ bezeichnen. Wie sollen craniosacrale und viszerale Therapien abgerechnet werden, wenn in der neuen GOÄ Analogziffern nicht mehr gestattet sind . Können diese Leistungen nur noch unbezahlt erbracht werden, dürfen sie ausserhalb der GOÄ frei abgerechnet werden? Werden diese Therapieformen von den osteopathischen  Gesellschaften der DGMM  aus ihrem Ausbildungscurriculum gestrichen oder sollen die Kollegen die Osteopathiekurse besuchen diese Kurse weiterhin zwingend besuchen müssen um ein Diplom zu erlangen?

 

Atlastherapie nach Arlen: eine Ziffer für die Atlastherapie nach Arlen wurde nach meinem Kenntnisstand bewusst von der DGMM nicht gefordert. Dies ist für mich nicht nachvollziehbar, da gerade in der Kinder- und Säuglingsbehandlung gute validierte Daten  über die Wirksamkeit der Therapie vorliegen und die in der ÄGAMK tätigen Kollegen  diese Therapieform  regelmäßig anwenden. Diese sind alle Mitglieder der DGMM. Ihre Interessen werden nicht vertreten!?

 

Neurologische Ziffer, systemorientierte Untersuchungsziffer: diese beiden Ziffern fehlen ebenfalls. Gerade die neurologische Untersuchung ist ein unverzichtbarer Teil der Diagnostik um bei einer lege artis durchgeführten manuellen Therapie einen Teil der Kontraindikationen ausschließen zu können.

Sie muss auch ohne eine jeweilige Ganzkörperuntersuchung  abrechenbar sein. Die vorgeschlagene Ziffer 8 ist allein schon deswegen schlecht, weil sie den Unsinn einer „ orientierenden neurologischen Untersuchung“ vorschreibt. Was enthält diese konkret?

 

Auch eine komplexe Untersuchungsziffer für Kleinkinder und Säuglinge, die vor allem auch der aufwendigen neuropädiatrischen Differentialdiagnosen gerecht wird, fehlt ebenfalls.

 

Das outcome dieses Gebührenordnungsvorschlages ist aus meiner Sicht unteroptimal, es ist schade, dass die Diskussion nicht im Vorfeld auf eine breitere Basis gestellt wird. Warum werden die Vorschläge nicht so frühzeitig erarbeitet, dass sie in der Zeitschrift Manuelle Medizin von den Mitgliedern diskutiert werden können. Auch der mögliche Einwand, dass bei der Ärztekammer mehr nicht zu erreichen ist, wäre nicht akzeptabel. Wenn die eigene Gesellschaft auf die notwendigen Forderungen verzichtet, welche Legitimation hat sie dann hinterher, das durch die Ärztekammer erreichte Ergebnis zu kritisieren. Man hat den Eindruck, dass die anonymen Verfasser mit diesem GOÄ Vorschlag nicht ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Noch mehr dürfte den Kollegen der Umstand zu schaffen machen, dass durch die unpräzise wenig professionelle Formulierung des Vorschlags verschiedene

Interpretationen und Anregungen zu einem ungebremsten Anstieg des Schriftverkehrs mit Kassen und Beihilfestellen führen wird.

 

 

 

 

Dr. Achim Refisch

 

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